DFV fordert Offensive für Schulerfolg
8,4 Prozent Schulabgänger ohne Mindestqualifikation gefährden den Generationenvertrag. Der Deutsche Familienverband (DFV) mahnt eine bundesweite Pflicht zu dauerhafter Schulsozialarbeit und verlässlichen Präventionsprojekten an.
(Berlin/Magdeburg). Mit Bestürzung reagiert der Deutsche Familienverband (DFV) auf den neuen Höchststand bei der Schulabbrecherquote: Im Schuljahr 2024/2025 verließen 8,4 Prozent aller Jugendlichen die allgemeinbildenden Schulen ohne Hauptschulabschluss. Knapp 65.000 junge Menschen stehen damit vor verschlossenen Ausbildungstüren.
Der DFV warnt vor irreparablen Schäden für junge Lebenswege und fordert von Bund und Ländern einen bundesweiten Rechtsanspruch auf Schulsozialarbeit sowie eine krisenfeste Regelfinanzierung für Projekte gegen Schulabbruch.
Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes markieren eine bildungspolitische Bankrotterklärung: Lag der Anteil der Schulabgänger ohne mindestens einen Hauptschulabschluss vor zehn Jahren noch bei 5,5 Prozent, erreicht er nun den höchsten Stand seit über zwei Jahrzehnten. 65.000 Jugendliche pro Jahr drohen dauerhaft in prekären Verhältnissen, im unübersichtlichen Übergangssystem oder in lebenslangem Transferleistungsbezug zu stranden.
„Schulversagen kündigt sich an. Durch Schulangst, Fehlzeiten und unbewältigte familiäre Belastungen. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass bewährte Projekte für Schulerfolg alle zwei Jahre um befristete Fördermittel betteln müssen, während die Schulabbrecherquote von Rekord zu Rekord eilt. Wir brauchen das Prinzip der Verlässlichkeit: Schulsozialarbeit darf kein Luxusgut nach Kassenlage der Kommunen sein, sondern muss bundesweit gesetzlich garantiert werden. Prävention an der Schule ist tausendfach wirksamer und für die öffentlichen Kassen unendlich günstiger als jede spätere Nachreparatur.“
René Lampe, Vizepräsident des Deutschen Familienverbandes
Der Deutsche Familienverband fordert:
- Gesetzlicher Rechtsanspruch auf Schulsozialarbeit: Jede allgemeinbildende Schule muss verpflichtend und bedarfsgerecht mit fest angestellten, qualifizierten Schulsozialarbeitern ausgestattet sein.
- Dauerhafte Regelfinanzierung statt Befristungsunwesen: Erfolgreiche Programme und Projekte zur Vermeidung von Schulabbruch müssen aus der kurzatmigen „Projektitis“ in die dauerhafte institutionelle Regelfinanzierung überführt werden.
- Multiprofessionelle Teams an jeder Regelschule: Lehrkräfte müssen durch Schulpsychologen, Sonderpädagogen und Sozialpädagogen entlastet werden, um Schüler mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten frühzeitig aufzufangen.
- Verbindliche Frühwarn- und Förderketten: Drohende Schulabbrüche müssen ab der Primarstufe durch standardisierte Förderpläne in enger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Eltern verhindert werden.
- Stärkung der Erziehungskraft von Familien: Eine verlässliche Familienpolitik, die Eltern wirtschaftlich entlastet und ihnen Zeit für ihre Kinder sichert, ist die wirksamste Bildungs- und Sozialprävention

