Gemeinsam in Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs

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Mit dem Beginn der Aktionswoche “Eine Stadt für alle” werden in Magdeburg wieder fleißig Stolpersteine geputzt und poliert. So auch bei uns in Reform. Anlässlich der Bombardierung Magdeburgs (16.01.1945) und des Holocaust-Gedenktages (27.01.2023) kamen Schüler und Schülerinnen aus einer vierten Klasse der Ganztagsgrundschule Lindenhof zusammen, um sich genauer mit dieser Thematik zu beschäftigen.

Zunächst starteten wir, die beiden Schulsozialarbeiterinnen Jessica Froese und Pauline Schulz, das Projekt mit einer Gesprächsrunde, in der die Kinder einen Einblick in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus erhielten. Neben vielen Fragen, die zu klären waren, stellten die Kinder eine Menge Fachwissen bereit. Mit einem Blick auf die Gegenwart und Zukunft, sprachen wir mit den Jungen und Mädchen auch über das Zusammenleben in der Schule. Die Kinder setzten sich dafür beispielsweise mit den Fragen „Wie sollte ein respektvoller Umgang in der Schule aussehen?” und „Wie möchte ich von anderen behandelt werden?” auseinander.

Im Fokus stand wie auch im letzten Jahr der SPD-Untergrundkämpfer Ludwig Wellhausen (geb. 03.10.1884), der 1939 inhaftiert wurde und später in das Konzentrationslager Sachsenhausen kam. Er wurde dort am 04.01.1940 ermordet. Grund für die Inhaftierung und seinen Tod war der „Verdacht auf Hochverrat“. Ludwig Wellhausen hat in der Zeit des Nationalsozialismus aktiv im Hintergrund als Widerstandskämpfer gearbeitet und hielt zusammen mit seinen Freunden Ernst Lehmann und Werner Bruschke ein geheimes Informationsnetz aufrecht. Zudem hat er jüdischen Familien zur Flucht verholfen und den Familien einiger SPD-Abgeordneter finanzielle Unterstützung erbracht.

Um Ludwig Wellhausen zu ehren, machten sich die Kinder und die Schulsozialarbeiterinnen gemeinsam auf den Weg zum Quittenweg 2 in Magdeburg Reform. Nach kurzer Suche fanden sie den doch schon etwas dreckigen Stolperstein und verhalfen ihm mit einer Essigmischung und Schwämmen zu neuem Glanz. Abschließend legten sie noch einige Rosen nieder und nahmen an einer Trauerminute teil.

Fazit des Projektes: Die Kinder nahmen Anregungen für die Zukunft mit. Im besonderen Hinblick auf das Schulmotto: „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ möchten sie zukünftig Unrecht verhindern und andere so behandeln, wie sie selbst gern behandelt werden möchten: mit Respekt, Freundlichkeit und ohne Vorurteile oder Anfeindungen.