Auch in diesem Jahr stand die Ganztagsgrundschule Lindenhof in den Winterferien nicht leer. Denn 14 fleißige Mädchen und Jungen trafen sich zu einem dreitägigen Projekt und sägten, schliffen, strichen und hämmerten um die Wette.

Unter dem Motto „Probier’s mal mit Holz“ lud die Schulsozialarbeiterin Jessica Froese (Deutscher Familienverband LSA e.V.) das zweite Jahr infolge Kinder ein, individuelle Schlüsselbretter herzustellen. Unter Anleitung eines Fachmanns aus dem Handwerk lernten sie mit dem Naturmaterial Holz umzugehen und es mit verschiedenen Werkzeugen in unterschiedlichen Arbeitsschritten zu bearbeiten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am ersten Ferientag strömten die Kinder überpünktlich mit den Worten „Ich bin so aufgeregt. Wann geht es endlich los?“, in die Schule. Nach der Begrüßung und einer kurzen Einweisung in den Tag, standen die Jungen und Mädchen vor der Wahl des Motivs. Sie waren begeistert davon, wie das klobige Holzstück durch ihre Hände nach und nach Form annahm und sich in eine Katze, Sternschnuppe, ein Herz, Inlineskate, Auto oder einen Schlüssel verwandelte. Jedes Kind schien dabei eine andere Motivation zu haben. „Ich schenke es meinem Vater – er arbeitet in einer Autowerkstatt.“, sagte der Junge, der als Motiv einen Lamborghini wählte. Doch zwischen dem Holzstück und der Verwandlung lagen noch einige aufwendige Arbeitsschritte. So erfordert das „richtige“ Schleifen gewisse Kenntnisse: Wie halte ich eine Feile? In welche Richtung darf ich sie bewegen? Wieviel Kraft muss ich einsetzen? Erstaunlich zu beobachten war, dass die Grundschüler zu keiner Zeit Langeweile empfanden. „Das Schleifen war ganz schön anstrengend, aber es hat richtig Spaß gemacht!“, erzählten die Kinder beim gemeinsamen Mittagessen. Der nächste Arbeitsschritt forderte die Kreativität der Schüler. Sie rüsteten sich mit Pinseln, Wasserbechern und Farben aus und begannen mit voller Eifer ihre Motive lebendig werden zu lassen. Als der Projekttag sich dem Ende neigte, hatten die Kinder noch nicht genug und fragten ihre Schulsozialarbeiterin: „Können wir bitte noch ein bisschen weiterarbeiten?“. Am nächsten Tag war der Feinschliff an der Reihe. Durch verschiedene Ziernägel, Seile, Ösen und Haken sowie jede Menge Ideen entstanden wunderschöne Schlüsselbretter, an denen zukünftig die Schlüssel ihren Platz finden.

Das Ferienprojekt war ein voller Erfolg. Stolz bewunderten die Kinder ihre selbst angefertigten Schlüsselbretter und verabschiedeten sich mit einem strahlenden Lächeln und den Worten „Nächstes Jahr mache ich auch wieder mit und dann baue ich eine Katze.“

Das Projekt wurde u. a. finanziell vom Schulförderverein der GTGS Lindenhof unterstützt.

DieSchulsozialarbeit wird über das Programm „Schulerfolg sichern“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalts gefördert.

Mitte Januar trafen sich die Klassensprecherinnen und Klassensprecher der Ganztagsgrundschule „Lindenhof“ und der Grundschule „Am Umfassungsweg“, um sich mit dem Thema Holocaust in Magdeburg auseinander zu setzen. Die Kinder der 3. und 4. Klasse erfuhren etwas über die Vernichtungslager und die Ausgrenzung der Juden in Magdeburg. Die Grundschüler teilten bereits vorhandenes Wissen miteinander und entdeckten einige Parallelen in der heutigen Zeit. Die Tatsache, dass die Juden nichts Unrechtes getan haben und sie nur aufgrund ihrer Herkunft verfolgt und getötet wurden, schockierte die Kinder. Die Schulsozialarbeiterinnen des Deutschen Familienverbandes e.V. Jessica Froese, Monique Stolte und Daniela Nitschke ermutigten die Kinder Dinge kritisch zu hinterfragen, die auch in unserer heutigen Zeit nicht gerecht sind und dabei schon in ihrer Lebenswelt bei den kleinen Dingen zu beginnen. Nach der intensiven Gesprächsrunde machte sich die Schülergruppe mit Schwamm und Putzmittel auf den Weg und polierte die Gedenksteine auf Hochglanz. Die Kinder diskutierten angeregt, wer den nächsten Stein putzen darf. Eine ältere Frau hielt an und berichtete, dass ihre Eltern damals den Juden heimlich zu essen gaben. Dies durfte keiner erfahren, da es zur damaligen Zeit verboten war, jüdischen Mitbürgern zu helfen. Am Gedenkstein von Dr. Böhm, dem Arzt und Geburtshelfer, traf die Schülergruppe zufällig auf eine zweite Zeitzeugin, die vom ihm berichtete. „Meine Eltern schätzten ihn sehr, er behandelte damals die Arbeiter in der Nähe des Nicolaiplatzes“, so die Anwohnerin. Die Kinder legten Rosen nieder und gedachten den Verfolgten.

Der Alltag ging auch während des Gedenkens weiter, Straßenbahnen fuhren vorbei und die Sonne ließ fast an Frühling denken. Die Ungerechtigkeit, die damals passierte, nicht zu vergessen und ein stückweit mit in die heutige Realität und den eigenen Alltag zu nehmen – das ist ein Ziel des schulübergreifenden Projekts, was die Schulsozialarbeiterinnen antreibt, die Aktion im sechsten Jahr in Folge mit unterschiedlichen Kindern durchzuführen. Die Klassensprecherinnen und Klassensprecher der beiden Grundschulen werden in ihren Klassen sowie im Schülerrat davon berichten, was sie an diesem besonderen Tag gemacht haben und werden sicher auch weiterhin gedanklich über das Ereignis „stolpern“.

Hier können Sie den Audiobeitrag von Radio SAW hören:

Frischer Glanz – Schüler*innen putzen Stolpersteine in Magdeburg

Die Schulsozialarbeit wird über das Programm „Schulerfolg sichern“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalts gefördert.

 

Mitte Januar trafen sich die Klassensprecherinnen und Klassensprecher der Ganztagsgrundschule „Lindenhof“ und der Grundschule „Am Umfassungsweg“, um sich mit dem Thema Holocaust in Magdeburg auseinander zu setzen. Die Kinder der 3. und 4. Klasse erfuhren etwas über die Reichskristallnacht, Vernichtungslager und die Ausgrenzung der Juden in Magdeburg. Die Kinder teilten hier zum Teil bereits vorhandenes Wissen miteinander und entdeckten einige Parallelen in der heutigen Zeit. Die Kinder stellten Fragen wie: „Warum wurden die Juden verfolgt – sie haben doch nichts gemacht?“, „Warum haben so wenige Leute geholfen?“ oder „Gibt es heute auch noch böse Politiker?“. Die Schulsozialarbeiterinnen Jessica Froese, Monique Stolte und Daniela Nitschke ermutigten die Kinder ihre Augen offen zu halten und Dinge kritisch zu hinterfragen, die auch in unserer heutigen Zeit nicht gerecht sein könnten und dabei schon in ihrer Lebenswelt bei den kleinen Dingen zu beginnen.

Nach der intensiven Gesprächsrunde machte sich die Schülergruppe mit Schwamm und Putzmittel auf den Weg und polierte die Gedenksteine auf Hochglanz. Trotz eisigen Windes beklagte sich keiner und die Kinder, die noch einen zweiten Stein putzen wollten, mussten sogar ausgelost werden.

Die Klassensprecherinnen und Klassensprecher berichteten in ihren Klassen sowie im Schülerrat, was sie an diesem besonderen Tag gemacht haben und werden sicher auch weiterhin gedanklich über das Ereignis „stolpern“.

Auch zukünftig wäre es wünschenswert von den verschiedenen Vorteilen der Schulsozialarbeit zu profitieren. Neben Projekten für Klassen oder andere Gruppen unterstützt sie durch Beratung von Schüler- und Elternschaft mit den verschiedensten Anliegen, die die Schule berühren. Doch die konkrete Weiterführung nach 2020 steht noch in den Sternen, da das bisher über den Europäischen Sozialfonds finanzierte Projekt auslaufen wird. Für einen nahtlosen Übergang braucht es konkrete Schritte, die das Projekt Schulsozialarbeit ermöglichen.

Unterstützen Sie das Bündnis “Schulsozialarbeit und Netzwerkstellen dauerhaft verankern!” in Sachsen-Anhalt. Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie unter www.aktionsbuendnis-schulsozialarbeit.de

Die Schulsozialarbeit wird über das Programm „Schulerfolg sichern“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalts gefördert.