Gewalt bedeutet oft das Ende einer Beziehung. Unter bestimmten Bedingungen jedoch besteht eine Chance, die Gewalt hinter sich zu lassen und die Beziehung voranzubringen. Das erfordert natürlich die Bereitschaft ehrlich miteinander zu reden und sich dem Problem zu stellen.

Seit August diesen Jahres bieten Silke Voß (Interventionsstelle „Häusliche Gewalt & Stalking) und André Gödecke (Beratungsstelle ProMann Halle) Beratungen für Paare mit Gewaltproblemen an. Was können sich Menschen, die sich für dieses Angebot entscheiden, konkret erhoffen?

Sie werden dabei unterstützt …

  • aktuelle Konflikte offen zu besprechen und zu klären
  • sich des eigenen Handelns innerhalb der Partnerschaft bewusster zu werden
  • sich von der Gewalt konsequent zu verabschieden
  • ihre Stärken im Hinblick auf die Gestaltung einer erstrebenswerten gemeinsamen Zukunft zu erkennen
  • im Falle einer Trennung in Frieden auseinander zu gehen und sich über die damit verbundenen Fragen zu verständigen.

Diese Arbeit wird ermöglicht durch die finanzielle Förderung des Landes Sachsen-Anhalt und ist für die Betroffenen kostenlos. Erwartet wird dafür Verbindlichkeit beim Wahrnehmen der Termine sowie die Bereitschaft, das eigene Handeln infrage zu stellen und sich auf Veränderungen einzulassen.

Eine Sitzung dauert in der Regel 75 Minuten – im Sinne wirksamer Veränderungen sind mindestens 6 Termine notwendig.

Mehr Informationen: www.konfliktberatung-halle.de

Kontakt: André Gödecke (a.goedecke@dfv-lsa.de) | Silke Voß (interventionsstelle@awo-halle-merseburg.de)

Am 17. Juni fand in der Polizeiinspektion Halle eine Fortbildung zum ODARA-Diagnoseinstrument statt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem Täterberatung, Polizeibeamte, Sozialarbeiterinnen usw. in Fällen von häuslicher Gewalt checken können, ob ein erhöhtes Risiko für gefährliche Rückfälle besteht. ODARA (Ontario Domestic Assault Risk Assessment) wurde in Kanada entwickelt und gilt derzeit als das am ausführlichsten validierte Risk-Assessment Instrument im Bereich der häuslichen Gewalt. Es verfügt über eine hohe Trennschärfe und es braucht kein klinisches Expertenwissen, um die Items zu beurteilen.

Als Referenten konnten wir Roland Hertel, Vorstandsvorsitzender bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit gewinnen. Roland Hertel wurde nicht müde, immer wieder zu betonen, dass die Verwendung von ODARA nur ein erster Schritt sein kann: Der nächstfolgende Schritt (im Falle eines ermittelten Risikos) sollte immer eine Fallkonferenz aller Kolleginnen und Kolleginnen sein, die mit dem Fall befasst sind. In diesem Zusammenhang verwies er auf die besondere Rolle der Täterberatung (in diesem Fall DFV ProMann Halle) neben Angeboten wie Frauenhaus der Betroffenenberatung.

Roland Hertel hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Überwindung von „Befindlichkeiten“ (Trägerinteressen, unterschiedliche Professionen …) zugunsten einer Vernetzung und Kooperation, um Hilfen Kraft und Effektivität zu verleihen – Rückenwind für das Angebot der Täterberatung, das leider immer noch nicht zur Selbstverständlichkeit innerhalb der Hilfelandschaft gehört. Dies geschah öffentlichkeitswirksam im Beisein des MDR-Fernsehens, wo gerade ein Beitrag zum Thema „Femizide“ produziert wird. Dieser Beitrag wird am 30 Juni um 21.45 Uhr im Rahmen des MDR-Magazins „Fakt“ ausgestrahlt.

Die ganze Welt befindet sich momentan in einer angespannten und ungewissen Phase.

Die Auswirkungen lassen sich auch im eigenen Alltag erfahren. Viele Menschen verbringen den Großteil des Tages in den eigenen 4 Wänden mit ihren Familien oder im Haushalt lebenden Personen. Diese neue Situation birgt großes Potential für Frustration, Konflikte oder gar Gewalteskalation.

„Raus gehen“, Sport treiben oder Freunde treffen sind in Zeiten der Corona-Krise nur eingeschränkt bzw. nicht umsetzbar.

Was kann ich alternativ gegen den Stress machen?

Die Dachorganisationen für Männer- und Väterarbeit aus der SchweizÖsterreich und Deutschland haben hierfür eine 10-Schritte Handlungsempfehlung entworfen, welche auf deren Websites in verschiedenen Sprachen zum Download zur Verfügung stehen.

 

Hier geht es zum Survival-Kit für Männer unter Druck

 

Außerdem ist die Beratungsstelle ProMann weiterhin bei akutem Bedarf für Sie telefonisch oder per Mail unter folgenden Kontakten erreichbar!

ProMann Magdeburg: 0391-72 17 44 1 | promann@dfv-lsa.de

ProMann Halle: 0151-23 23 30 21 | a.goedecke@dfv-lsa.de

ProMann Dessau: 0157 88 11 88 84 | promann.dessau@dfv-lsa.de

Hinweis: In der Woche vor Ostern ist es möglich, dass nur eines der drei hier aufgeführten Telefone besetzt ist!

 

Bleiben Sie gesund!

 

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Im Zuge der Corona-Pandemie verbringen Familien mehr Zeit miteinander, so dass sich auch mehr Anlässe für Frustation, Konflikte und Gewalteskalation ergeben können. Aufgrund der aktuellen Einschränkungen sind bis auf weiteres leider eine regulären Beratungen vor Ort möglich. Dennoch können Sie bei Bedarf Kontakt mit uns aufnehmen – telefonisch oder per Email.

ProMann Magdeburg: 0391-72 17 44 1 | promann@dfv-lsa.de

ProMann Halle: 0151-23 23 30 21 | a.goedecke@dfv-lsa.de

ProMann Dessau: 0157 88 11 88 84 | promann.dessau@dfv-lsa.de

Telefonische Erreichbarkeit: Mo bis Freitag von 10:00 bis 12:00 und 13:00 bis 15::00 Uhr.

Link zum Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

„Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, mach Limonade draus!“ sagt ein beliebter Kalenderspruch – als ob es so einfach wäre, Niederlagen und Schläge wegzustecken, wenn man es nur „richtig“ anginge!

Kommen wir ins Gespräch darüber, was die Enttäuschungen und Brüche, welche das Leben so mit sich bringt, tatsächlich für uns bedeuten. Tauschen wir uns darüber aus, wo wir im Moment jeweils stehen und was uns dabei helfen könnte, die anstehenden Veränderungen gut zu bewältigen.
Wir beginnen mit einem gemeinsamen Frühstück. Mit dabei ist Annett Göhre – sie begleitet als Sozialpädagogin im faz halle Menschen in kritischen Übergängen. Sie gibt uns einen Einblick in ihren Erfahrungsschatz und lädt zum Austausch ein.

Zeit: 5. Dezember 2019, 9.30 – 12.30 Uhr

Ort: Beratungsstelle ProMann im faz halle, Geiststr. 29 in Halle (Saale)

Diese Veranstaltung wurde ermöglicht durch die Projektförderung des Saalekreises – Spende zur Deckung der Unkosten für das Frühstück erwünscht.

 

„Bieten Sie auch Anti-Aggressionstraining an?“

Mit dieser Frage wenden sich Männer und Jungen häufig an uns. Die Antwort lautet erst einmal schlicht NEIN. Wir möchten niemandem die Aggression „abtrainieren“, denn wir sehen darin prinzipiell nicht das Problem: Aggressivität ist eine Möglichkeit innerhalb des menschlichen Verhaltensspektrums – und es gibt Situationen, da kann es notwendig sein, auf diese Möglichkeit zuzugreifen.

Ein Problem besteht dann, wenn Gewalt ins Spiel kommt. Gewalt bzw. deren Androhung sind oftmals der tragische Ausdruck unerfüllter sozialer Bedürfnisse oder der Versuch, die Kontrolle über die Situation zu behalten. Hier setzt unser Angebot „ProMann-Beratung“ an: Gemeinsam mit den Männern, die zu uns kommen, gehen wir der Frage nach, in welchen Situationen sie innerlich „auf dünnes Eis“ geraten und Gefahr laufen, die Kontrolle über sich zu verlieren.
Eine geschärfte Wahrnehmung für die eigenen Körpersignale und Emotionen hilft den Ausstieg zu finden, bevor es zur Eskalation kommt. Ist das geglückt, geht es darum, für sich zu sorgen und erst danach ggf. wieder das Gespräch mit der anderen Person zu suchen.

Wie das genau funktionieren kann? Wir erarbeiten es Schritt für Schritt innerhalb der ersten Beratungssitzungen!

Nachdem so der „Notfallkoffer“ für kommende herausfordernde Situationen gepackt ist, widmen wir uns weitergehenden Themen und Zielen, z.B.:

  • Wie drücke ich Ärger oder Wut so aus, dass meine Beziehung keinen Schaden nimmt?
  • Wie gelingt es mir Grenzen (bei mir und anderen Menschen) wahrzunehmen und zu achten?
  • Wie wurde in meiner Herkunftsfamilie mit Konflikten umgegangen und was habe ich davon – bewusst oder unbewusst – übernommen?
  • Wie möchte ich leben und wie stelle ich mir eine erfüllte Beziehung vor?

ProMann-Beratung findet als Einzelberatung statt und wird von einem männlichen Berater durchgeführt – immer mit einer Haltung von respektvoller Aufmerksamkeit, ohne jedoch unangenehmen Themen oder Fragen auszuweichen.
Gesprächsinhalte werden vertraulich behandelt. In der Regel gibt es zehn Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen.
Der Teilnahmebeitrag für eine Sitzung beträgt 15 Euro, das Erstgespräch ist kostenlos. Ermäßigung ist auf Anfrage möglich.

Adresse und Kontakt: ProMann Halle & Saalekreis, Geiststr. 29 (2. Hof, Treppe rechts) in Halle. Tel. 0151-23 23 30 21, Mail a.goedecke@dfv-lsa.de, web www.promann-halle.dfv-lsa.de

Geht die Gewalt von beiden PartnerInnen innerhalb einer Beziehung aus, kann unter bestimmten Bedingungen eine Paarberatung sinnvoll sein. Diese bietet ProMann in Zusammenarbeit mit der AWO-Interventionsstelle Häusliche Gewalt und Stalking an. Infos unter www.paarberatung-halle-saalekreis.de