Gemeinsam unterwegs: Schulsozialarbeiter erkunden Burg Regenstein und Burg Falkenstein

Im Rahmen gemeinsamer Wanderungen waren die Schulsozialarbeiter des DFV Sachsen-Anhalt unterwegs, um zwei beeindruckende Burgen in der Harzregion zu erkunden: die Burg Regenstein und die Burg Falkenstein. Beide Ausflüge boten nicht nur abwechslungsreiche Landschaften und interessante historische Eindrücke, sondern auch Gelegenheit für Austausch, Gemeinschaft und neue Erfahrungen abseits des Arbeitsalltags. Insgesamt wurden 25 km und 11 Stempelstellen der Harzer Wandernadel zusammen erwandert.

Beide Wanderungen zeigten, wie wertvoll gemeinsame Aktivitäten für das Miteinander sind. Fernab von Terminen und dem täglichen Arbeitsgeschehens in den Schulen blieb Zeit für persönliche Gespräche.

Was hat ein Cowboy mit Täterarbeit zu tun?

„Niemand behauptet, dass es leicht sei, wieder ein Cowboy zu werden, aber es wird sich lohnen, versprochen.“ Mit diesem Versprechen lud W. M. Privilege am 25. und 26. Juni 2026 zum 75-minütigen Intensivtraining ins queerfeministische Theaterhaus Ost in Halle (Saale) ein.

„Das Cowboyseminar – Ein Re-enhorsement“, eine blue tits production von Judith Nebel und Allison Woodburn, beschäftigt sich mit Männercoachings und den Vorstellungen von Männlichkeit, die dort vermittelt werden. Privilege sehnt sich nach einer Zeit, in der ein „echter Cowboy“ noch wusste, was einen richtigen Mann ausmacht. Und so wird kurzerhand auch das Publikum Teil seines Seminars, schließlich sollen am Ende alle gemeinsam in den ewigen Sonnenuntergang reiten können.

Dabei gab es Einiges zu lachen. Das Publikum wurde wunderbar in das Stück einbezogen, die Welt der Cowboys herrlich überzeichnet und gleichzeitig wurden Fragen aufgeworfen, die weit über diese vermeintlich absurde Welt hinausreichen: Was bedeutet es eigentlich, ein „richtiger Mann“ zu sein? Wer darf verletzlich sein? Was passiert mit Angst, Unsicherheit und Ohnmacht, wenn Stärke und Kontrolle als männliche Ideale gelten?

Fragen, die auch in unserer Arbeit in der Fachstelle Täterarbeit Häusliche Gewalt immer wieder eine Rolle spielen.

Im Anschluss an die Aufführung waren wir deshalb zum Nachgespräch eingeladen. Ausgangspunkt war zunächst eine Frage an alle im Raum: „Wo habt ihr euch selbst im Stück wiedererkannt?“ Von dort führte das Gespräch aus der Cowboywelt zurück in unseren Alltag. Es ging um patriarchale Strukturen und Vorstellungen von Männlichkeit, um Verletzlichkeit und Körperbilder, um die Bedeutung von Außenwirkung, um die sogenannte Manosphere und natürlich auch um (geschlechtsspezifische) Gewalt.

Viele Besucher*innen blieben nach der Aufführung und beteiligten sich am Gespräch. Besonders beschäftigt hat uns die Frage, welche Vorstellungen davon, wie Männer sein sollen, wir gesellschaftlich weitergeben und welche Auswirkungen diese haben können.

Auch in der Täterarbeit begegnen uns Männer, denen es schwerfällt, Verletzlichkeit zu zeigen, Unsicherheit auszuhalten oder Ohnmacht überhaupt als Gefühl wahrzunehmen. Stattdessen geht es häufig um Kontrolle, Stärke oder darum, nach außen souverän zu wirken. Das bedeutet allerdings nicht, dass Männlichkeitsbilder Gewalt automatisch hervorbringen. Und vor allem bedeutet es nicht, dass gesellschaftliche Bedingungen die Verantwortung für Gewalt relativieren. Die Verantwortung für gewalttätiges Handeln liegt immer bei der gewaltausübenden Person selbst.

Genau deshalb ist Täterarbeit auch ein wichtiger Bestandteil von Gewaltschutz und Betroffenenschutz. Männer werden darin unterstützt und zugleich gefordert, Verantwortung für ihre Gewalttaten und deren Folgen zu übernehmen, die eigenen Gewaltmuster zu erkennen und konkrete gewaltfreie Handlungsalternativen zu entwickeln. Ziel ist es, weitere Gewalt zu verhindern und damit die Sicherheit der Betroffenen zu erhöhen.

Gleichzeitig lohnt es sich, darüber hinauszuschauen:

Wenn wir Gewalt langfristig verhindern wollen, müssen wir auch darüber sprechen, unter welchen Bedingungen Jungen und Männer lernen, mit Gefühlen, Konflikten, Macht und Beziehungen umzugehen. Welche Bilder von Männlichkeit geben wir weiter? Welche Verhaltensweisen belohnen wir? Und wo schaffen wir Räume, für vielfältige Vorstellungen von Männlichkeit, in denen auch Verletzlichkeit, Unsicherheit, Fürsorge und das Bitten um Hilfe ihren Platz haben.

Vielleicht liegt genau darin eine Stärke dieses Theaterabends: Über Cowboys und Männercoaches zu lachen und dabei festzustellen, dass die dahinter liegenden Vorstellungen gar nicht so weit von unserem eigenen Alltag entfernt sind.

Vielen Dank an das Theaterhaus Ost sowie Judith Nebel und Allison Woodburn für die Einladung, die vielen interessierten Fragen und den offenen Austausch.

Back-to-School Kampagne von Amazon

Die Amazon Logistik Sülzetal GmbH übernimmt als lokales Unternehmen Verantwortung und engagiert sich für benachteiligte Kinder in unserer Region

Mitarbeitende des DFV konnten am 22.08.2026 gemeinsam mit Angestellten von Amazon auf deren diesjährigem Betriebs-Sommerfest über 200 Beutel mit Schulmaterialien für bedürftige Grundschüler packen. Darunter Federtaschen, Sammelmappen, Tuschkästen und vieles weitere Material, welches Grundschüler dringend benötigen.
Der Jugendclub Lichtblick, die Migrationsberatungsstelle, die Kita-Sozialarbeit und weitere Beratungs- und Anlaufstellen des DFV werden die Beutel an benachteiligte Kinder ausgeben.
Wir bedanken uns vielmals für das großartige Engagement der Firma Amazon und ihrer Mitarbeitenden. Wir konnten selbst erleben, wie viel Herzblut dahinter steckt: Unzählige Angestellte haben sich fleißig und mit Begeisterung am Packen der Beutel beteiligt. Ein besonderer Dank geht an Karin Jahn für die Organisation und freundliche Kommunikation vorab.
Wir freuen uns sehr, an dieser Kampagne teilnehmen zu dürfen.