Stimmen aus dem Ausbildungsjahrgang 2022/ 2023

Wieder haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Mediationsausbildung des Deutschen Familienverbandes erfolgreich abgeschlossen. Wie sie das Lehrjahr erlebten und ihnen die Ausbildung gefallen hat, haben fünf von ihnen erzählt. Hier sind ihre Einschätzungen:

„Das Werkzeug für eine Mediation in der Hand“, N.N., Philosophie (Bachelor)

Die Ausbildung war total interessant und gleichzeitig sehr intensiv. Durch das Format (6 Wochenendmodule verteilt über ein Jahr) gab es Zeit, die Inhalte sacken zu lassen und neue Erfahrungen zu sammeln. Die Wochenenden waren immer höchst intensiv.

Relativ lange – vielleicht bis zur Hälfte der Ausbildung – hatte ich das Gefühl, dass ich nie bereit sein würde, selber eine Mediation durchzuführen: So viel Stoff, so viel, worauf ich achten muss. Die Komplexität eines Konflikts wird einem erst einmal bewusst. Aber dann, durch die externen Rollenspiele oder die simulierten Mediationen beispielsweise, habe ich gemerkt, dass ich das Werkzeug für eine Mediation in der Hand habe. Nicht zuletzt auch die Erfahrung in der Gruppe – die unterschiedlichen Herangehensweisen und der gemeinsame Austausch – hat mir dieses Vertrauen gegeben.

„Eine ganz starke Bereicherung für mich“, Annika, Studentin

Die Ausbildung hat mir richtig gut gefallen, richtig gut. Überraschender Weise habe ich auch megaviel über mich selbst in Konflikten gelernt und darüber, wie Bedürfnisse funktionieren. Das ist eine ganz starke Bereicherung für mich.

Ich bin seit Jahren neben meinem Studium selbstständig in der Bildungsarbeit aktiv und gebe u.a. bei Gruppen und Vereinen Workshops zu zwischenmenschlicher Gewalt und den Umgang damit. In diesen Gruppenkontexten gibt es unglaublich oft Konflikte. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mehr Sicherheit und Werkzeuge dafür benötige – und mich für die Mediationsausbildung entschieden.

Schon während des Ausbildungsjahrs ist mir aufgefallen, dass sich mein Umgang mit Auseinandersetzungen in den Gruppen verändert. Ich konnte die Dynamiken wahrnehmen und kannte passende Methoden. Insgesamt weiß ich die Konflikte jetzt mehr zu schätzen, ihr Potenzial, Dinge zu klären und Veränderungen anzustoßen. Die Ausbildung würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen.

„Auf vielen Ebenen sehr, sehr gut“, Clara, Sozialarbeiterin

Vor der Ausbildung hatte ich Bedenken, dass es so eine ganz stumpfe Veranstaltung wird mit ganz viel frontalem Input und einer angespannten, etwas steifen Stimmung. Das hat sich jedoch superschnell aufgelöst, einfach durch die Atmosphäre, die durch die Ausbildungsleitung (Elisabeth Hosp und Laura Ganz) geschaffen wurde. Sie hat einen regen und wertschätzenden Austausch befördert. Es war fast schon ein freundschaftliches Miteinander.

Das Setting war insgesamt richtig hilfreich, um sich den Inhalten zu öffnen, und sehr an den Bedürfnissen der Teilnehmer orientiert. Die Inhalte waren gut aufbereitet. Auch die Struktur war rückblickend sehr schön, alles hat sinnvoll aufeinander aufgebaut. Ich habe außerdem viel Handwerkszeug, nicht nur für den Beruf, sondern auch für meinen persönlichen Alltag bekommen. Damit habe ich nicht gerechnet. Die Ausbildung hat mir so auf vielen Ebenen sehr, sehr gut gefallen.

In meiner Arbeit habe ich von der Ausbildung schon im letzten Jahr superprofitiert. Jetzt möchte ich sie aber primär für mein ehrenamtliches Engagement in einem Verein nutzen.

„Mediationshaltung gut vermittelt und begleitet“, Charlotte, Friedens- und Konfliktforschung (Master)

Ich habe mich wegen meines Studiums der Peace and Conflict Studies (Friedens- und Konfliktforschung) für die Mediationsausbildung entschieden. Wir hatten an der Uni ein Modul Mediation, und das war irgendwie mal was ganz anderes als die rein akademische Arbeit. Ich hatte damals Spaß an der Veranstaltung: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen, der eigenen Geschichte, die zur Mediation dazugehört, hat mich angesprochen.

Die Ausbildung bei Elisabeth (Hosp) wurde mir von einem Freund empfohlen. Ich war relativ offen, als ich mich dafür entschied. Nur die Abstände zwischen den einzelnen Modulen kamen mir superlang vor. Ich habe gedacht: „Das zieht sich.“ Aber es hat gut gepasst. Es gab eine Kontinuität, Entwicklung.

Beim Mediieren geht es nicht allein darum, Fragetechniken o.ä. zu beherrschen. Es braucht auch eine Mediationshaltung. Das hat die Ausbildung gut vermittelt und begleitet. Ich konnte mich wirklich auf diesen inneren Prozess, diese innere Auseinandersetzung mit dem eigenen Konfliktverhalten konzentrieren. Es war einfach gut gemacht.

„Ein sauberes Seminar“, Martin, Koordinationsstelle Schulsozialarbeit Magdeburg

Ich bin jetzt bald elf Jahre beim Deutschen Familienverband tätig und habe natürlich relativ früh von der Mediationsausbildung erfahren. Durch meine Arbeit u.a. in der Schulsozialarbeit erlangte ich automatisch entsprechende Fähigkeiten, aber es fehlte mir noch das Zertifikat. Deshalb habe ich mich schließlich entschlossen, die Ausbildung zu machen.

Das Jahr ist sehr schnell vorübergegangen. Die Wochenenden sind, keine Frage, sehr intensiv. Aber insgesamt verging die Zeit im Flug – was nach meiner Einschätzung ein gutes Zeichen für Qualität ist. Ich habe erlebt, dass die Referentinnen auf alles, was gewollt war, eingegangen sind. Sie begegneten den Teilnehmenden auf Augenhöhe. Wertschätzung, die hier sehr hoch gehängt wird, hat wirklich stattgefunden – Inhalte und Struktur eingeschlossen ergibt das für mich ein sauberes Seminar.

Obwohl ich ein „alter Hase“ in der Mediation bin, bin ich immer noch von einigem überrascht worden: Methoden, die ich noch nicht kannte, neue spannende Gedanken. Auch was mein eigenes Konfliktverhalten angeht, hat mich die Ausbildung zum Nachdenken angeregt und weitergebracht.

 

Vielen Dank an die fünf Absolventinnen und Absolventen für ihre Einblicke und die Möglichkeit, diese zu veröffentlichen.

Veröffentlicht am 12. September 2024 unter: https://www.deutscher-familienverband.de/category/weiterbildung/

 

Mittagstisch September/ Oktober

Im September und Oktober war viel los, bei unseren jungen Köchen und Köchinnen. Bei den Frühstücks- und Abendbrotangeboten haben die Teilnehmenden ihrer Phantasie freien Lauf gelassen und sich lustige Brotkreationen gestaltet. Natürlich haben sie vorher gemeinsam eingekauft und das Gemüse geschnitten, oder den Eiersalat zubereitet.

Die Mittagsangebote, waren wieder von viel Abwechslung geprägt. Es gab Pancakes, Spaghetti Bolognese und Auflauf mit roter Bete. Selbst der Lachs, welcher anfänglich auf viel Skepsis stieß, war am mit Nudeln in Soße so lecker, dass mach einer sogar 3 Portionen gegessen hat. Außerdem haben wir erfahren, wie gesund Fisch ist und dass er auf verschiedenste Weise zubereitet werden kann.

Mediationsausbildung des DFV: „Für jeden empfehlenswert“

9. September 2020

Nach einem Jahr haben sie es geschafft: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mediationsausbildung des Deutschen Familienverbandes (DFV) haben den Kurs erfolgreich zu Ende gebracht. 120 Stunden Präsenzzeit plus weitere Zeiten für das eigene Studium und Projektarbeit liegen hinter ihnen.

Die DFV-Mediationsausbildung vermittelt Theorie und praktisches Handwerkszeug in sechs Wochenendmodulen. Ein großer Schwerpunkt liegt dabei auch auf der Selbstreflexion und eigenen Konfliktbearbeitung. Leiterin der Ausbildung ist die Mediatorin Elisabeth Hosp. Die Kurse finden beim DFV-Landesverband in Sachsen-Anhalt statt.

Mit der Ausbildung, die von DFV zertifiziert wird, sind die Absolventinnen und Absolventen nun in der Lage, Konflikte professionell zu begleiten und Streit zu schlichten. Ihr Urteil zur Ausbildung ist durchweg positiv.

„Einfach bereichernd“

Ich habe Soziale Arbeit studiert und hatte dadurch schon mal mit Mediation zu tun. Während des Studiums habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, etwas in diesem Bereich zu machen und es aber wieder vergessen. Dann bin ich über eine Bekannte auf den Flyer der Mediationsausbildung beim Deutschen Familienverband gestoßen und die Idee ist wieder hochgekommen.

Der Kurs hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt: für das Wissen, wie man Gespräche führt, wie man wertschätzend kommuniziert, wie man auch wirklich empathisch ist. Wie kann ich nachvollziehen, was der andere meint? Wie kann ich es besser akzeptieren? Wie kriege ich Menschen dazu, sich mit einem Punkt zu beschäftigen, ohne sie zu bevormunden? Wie gebe ich ihnen den Impuls, damit sie selbst ins Handeln kommen? Es geht dabei nicht unbedingt um Konflikte, sondern um kleine Problemlagen.

Ich würde den Kurs prinzipiell jedem empfehlen. Für Menschen, die nicht im sozialen Bereich tätig sind, bietet er eine gute Basis, um Grundwissen über Kommunikation zu erhalten. Für alle, die Soziale Arbeit machen oder etwas im sozialen Bereich, ist der Kurs einfach bereichernd. Man reflektiert sich noch mal ein Stück selbst und macht sich bewusst, wie man selber kommuniziert und was man der Umwelt zurückgibt.

Josefine, Sozialarbeiterin

„Es funktioniert tatsächlich“

Beruflich ist es meine Hauptaufgabe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu führen, und ich hatte immer schon Interesse, mich da weiterzubilden. Bei 30 Mitarbeitern gibt es immer eine kleine Streitigkeit. Mir geht es darum, auf diese Konflikte eingehen zu können und gemeinsam eine Lösung zu finden. In der Ausbildung konnte ich sehr viel lernen und habe es auch schon zweimal auf der Arbeit erprobt: Es funktioniert tatsächlich.

Die Aufteilung des Kurses berufsbegleitend über ein Jahr fand ich sehr gut. Man konnte das Erlernte zwischendurch erproben und in kleinen Schritten vertiefen. Ich würde den Kurs auf jeden Fall weiterempfehlen. Meinen Kolleginnen und Kollegen habe ich schon gesagt, dass sie unbedingt mal so etwas machen sollen.

Annett, Fachbereichsleiterin im Öffentlichen Dienst

„Das Menschenbild ist sehr auf Augenhöhe“

Gerade im Bereich der Umweltmediation geht es oft um Konflikte zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und persönlichen Interessen. Mit den Methoden und der Haltung eines Mediators können solche Streitigkeiten gut gelöst werden. Bei meinem Nebenjob habe ich ein Moderationsverfahren erlebt und fand es einfach geil.

In der Ausbildung hat mir das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation besonders gut gefallen. Ich identifiziere mich mit der dahinter stehenden Haltung: Die Art, wie man mit Menschen arbeiten will, ist sehr auf Augenhöhe. Jedem wird die gleiche Wertigkeit zugesprochen. Der Mediator würdigt außerdem die Erlebnisrealität jedes Einzelnen. Es gibt nicht nur eine unumstößliche Wahrheit.

Ich würde die Ausbildung auf jeden Fall weiterempfehlen. Es kommt immer mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein, dass man durch Mediation langwierige Streitigkeiten wie z.B. Gerichtsprozesse verhindern kann. Mediation ist ein konstruktiver Weg, Konflikte zu lösen und miteinander auszukommen.

Maximilian, Masterabschluss in Umweltpsychologie

 „Hat viel mehr erfüllt, als erwartet“

Mein Ziel bei der Ausbildung war, persönlich zu lernen mit Konflikten umzugehen. Meine Kindheit und Jugend war viel von Konflikten geprägt. Ich habe immer versucht, das Ganze zu lösen, wollte reden und das hat einfach nicht geklappt. Jetzt kommuniziere ich anderes und kann Konflikte ganz anders angehen.

Die Ausbildung hat viel mehr erfüllt, als ich erwartet und gehofft habe. Es hat sich auch eine berufliche Perspektive daraus entwickelt. Ich habe vor, mich neben dem Studium als Mediatorin selbstständig zu machen. Ein Kleingewerbe habe ich schon angemeldet.

Milena, Bachelor-Studentin

„Die Vielfalt der Teilnehmer war besonders spannend“

Am Anfang konnte ich mir unter Mediationsausbildung nur grob etwas vorstellen. Ich habe erwartet, das Handwerkszeug zum Mediieren zu bekommen, und war dann überrascht, dass wir uns auch mit uns selber auseinandersetzen mussten. Aber das war gut.

Für den Kurs habe ich mich aus beruflichen Gründen entschieden. Auf Baustellen wird immer gestritten oder es gibt Unstimmigkeiten zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern. Ich muss selbst auch viel verhandeln, da funktioniert Mediation ganz gut. Inzwischen habe ich eine neue Rolle und leite ein großes Projekt. Es sitzen viele Personen an einem Tisch, die ich zusammenkriegen muss. Handwerkzeug zu haben, um zwischen den Parteien zu vermitteln, ist da ganz wichtig.

Im Kurs fand ich besonders die Vielfalt der Teilnehmer spannend. Obwohl wir so unterschiedlich sind, sind wir eine Einheit geworden. Das Vertrauen war so groß, dass wir uns wirklich fallen lassen und die Ausbildung angehen konnten. Das ist vor allem der Kursleitung zu verdanken. Sie hat uns in die richtige Richtung gelenkt.

Mandy, Landschaftsarchitektin