Im Februar kamen mehr als 60 Jungen aus 8 verschiedenen Magdeburger Schulen in Begleitung ihrer Schulsozialarbeiter und Schulsozialarbeiterinnen zusammen, um innerhalb eines Tages in verschiedenen Workshops einen Tanz einzustudieren und am Nachmittag aufzuführen.

Schon am frühen Morgen strömten die Jungen zwischen 8 und 11 Jahren aus Reform, Mitte, Olvenstedt, Nord und Neustädter Feld in die Tanzschule Dance Complex nach Buckau. Aufgeregt und mit großen Erwartungen warteten sie auf die Eröffnung des Tages.

Der Jungentanztag ist eine Neuauflage der Schulsozialarbeit. In den zurückliegenden Jahren gab es bereits einen Tag nur für Jungen, aber nicht in dieser Form. Aus der Jungenrallye, in der die Kinder in Teams gegeneinander antraten, ist der Jungentag geworden, der sich auch in Zukunft einem bestimmten Thema wie beispielsweise Sport, Musik oder Tanz widmen soll. Aber auch an diesem Tag geht es um ein faires Miteinander, die Stärkung des Selbstbewusstseins sowie ein einzigartiges Erlebnis für die Kinder.

In diesem Jahr konnten die Jungen zwischen den Angeboten Hip-Hop, Streetdance oder Breakdance wählen und studierten mit viel Ausdauer, Konzentration und Engagement die verschiedenen Tänze ein. Vornehmlich tanzten Kinder, die zuvor noch nie nach einer Choreographie getanzt haben mit anderen, die bereits regelmäßig in ihrer Freizeit tanzen.

Am Nachmittag war es dann endlich soweit – stolz präsentierten alle Kinder gemeinsam in der Tanzschule ihre neu erlernten Fähigkeiten. Die anwesenden Familien zeigten sich sichtlich beeindruckt von der Leistung ihrer Kinder. „Ich will nächstes Jahr unbedingt wieder dabei sein!“, war nach der gelungenen Aufführung mehrfach zu hören.

 

Die Schulsozialarbeit wird über das Programm „Schulerfolg sichern“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Seit Anfang des Jahres bereiten sich die Kinder vor, die sich für die Schlichtung von Streit an der Schule interessieren. Wenn Normalität wieder in die Schule eintritt, dann werden die Kinder einen Test absolvieren und offiziell zu Streitschlichter ernannt. So sieht das Heft aus, das den Kindern bei ihren Ehrenamt unterstützt:

Einmal in der Woche treffen sich etwa 30 Mädchen der Grundschule Kritzmannstraße, um sich unter der Anleitung der Schulsozialarbeiterin Julia Walstab gemeinsam beim Tanzen, Spielen oder Erlernen turnerischer Elemente auszupowern. Jeden Mittwoch, wenn die Klingel das Unterrichtsende bekannt gibt, füllt sich die Sporthalle und in Windeseile haben die mittlerweile routinierten Mädchen der 1. bis 4. Klasse alle Geräte mit den dazugehörigen Sicherungsmatten selbstständig in der Halle platziert. Nur das große Trampolin wird währenddessen durch die Schulsozialarbeiter aufgebaut. Dass Teamwork eine Grundvoraussetzung für die AG ist, haben die Mädchen schnell gelernt. Auch beim Erlernen neuer Choreographien oder bei den Übungen am Schwungtuch helfen sie sich gegenseitig und nehmen auf einander Rücksicht.

 

Selbstverständlich gelingt nicht alles gleich beim ersten Mal. Doch wer dran bleibt, kann schnell Erfolge erleben. Besonders deutlich wird dies bei den turnerischen Elementen am Boden, Parallelbarren, Kasten und Balken. Die Rolle vorwärts und auch die Rolle rückwärts am Boden gelingt vielen Mädchen immer leichter. Einige der Mädchen trauen sich die Rolle mittlerweile sogar bereits auf dem großen Schwebebalken. Wenn die Mädchen ihre Ängste überwinden, kann man ihnen die Freude von den strahlenden Gesichtern ablesen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir das zutraue …“, berichten die Mädchen immer wieder ganz stolz.

 

In den letzten Wochen haben die Mädchen vor allem aber auch gelernt, dass ihnen der Spaß und die eigenen Erfolgserlebnisse wichtiger sind, als sich beispielsweise darüber zu ärgern, dass sich ein anderes Kind vordrängelt oder länger an einem Gerät übt. Bei einer so großen Gruppe sind Streitigkeiten nicht auszuschließen, dennoch haben sich die Mädchen im Interesse aller darauf geeinigt, aufkommende Uneinigkeiten erst nach der AG mit ihren Schulsozialarbeitern zu besprechen.

 

Am Ende der AG, gehört auch das Abbauen der Geräte zu einem festen Bestandteil. Auch wenn die Kräfte bei vielen Mädchen nach fast zwei Stunden Sport verständlicherweise nachlassen, lohnt sich das Mithelfen für sie dennoch. Zum einen findet, wenn es die Zeit zulässt, noch ein kleines Abschlussspiel statt – zum anderen dürfen die fleißigsten Kinder als Privileg in der kommenden Woche jeweils auf dem großen Trampolin springen.

 

Auch für die Zukunft wünschen sich die Kinder am Nachmittag während der Hortzeit durch AG’s der Schulsozialarbeit gefordert und gefördert zu werden. Doch sowohl die Nachmittagsangebote, als auch die vielen weiteren Angebote der Schulsozialarbeit, wie die Beratung der Schüler- und Elternschaft, die sozialen Kompetenztrainings im Klassenverband oder die schulübergreifenden Projekte stehen derzeit auf der Kippe, da die konkrete Weiterführung der Schulsozialarbeit nach 2020 noch nicht sichergestellt ist.

Die Schulsozialarbeit der Grundschule Kritzmannstraße wird derzeit aus Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt finanziert. Aufgrund der Befristung bis 2020 unterstützen wir das Bündnis „Schulsozialarbeit und Netzwerkstellen dauerhaft verankern!“ in Sachsen-Anhalt. Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie unter

http://www.aktionsbuendnis-schulsozialarbeit.de.

Zum Jahresausklang ging es am 24.06.2019 für 45 Schülerinnen und Schülern der Grundschule Kritzmannstraße hoch hinaus. Eingeladen haben die Schulsozialarbeiter Carlos Martinez und Julia Walstab die aktiven Schüler des Schülerrates, die Streitschlichter und die besten Schüler der „Flüsterolympiade“ des Sozialtrainings, um mit ihnen die tollen Leistungen und ihr Engagement zu feiern. Jeder einzelne von ihnen hat im vergangenen Schuljahr auf seine Art und Weise zu einem besseren Schulklima beigetragen.

In fünf Klassen der Klassenstufe 1 und 2 haben die beiden Schulsozialarbeiter im vergangenen Schuljahr wöchentlich Sozialtrainings durchgeführt. Zu einem festen Bestandteil dieses Training wurde für die Kinder die sogenannte Flüsterolympiade. Neben den Übungen zur Schulung von Teamwork, Aufmerksamkeit, Vertrauensaufbau und gewaltfreier Kommunikation wurden in jedem Training für besonders positives Verhalten fleißig Flüsterbänder gesammelt.

Ein „Flüsterband“ zu erhalten heißt, auch in herausfordernden Situationen die Ruhe bewahren zu können, Kritik möglichst konstruktiv und ruhig zu formulieren und der Gruppe wegen auch mal eigene Interessen zurückzustellen.

Die Flüsterolympiade zeigte im Schulverlauf positive Effekte im Bezug auf die Handlungen der Schüler. Grund dafür ist zum einen, dass die Kinder durch den Erhalt eines Flüsterbandes eine unmittelbare Rückmeldung ihrer Handlungen bekamen und auch durch Modelllernen positive Handlungen ihrer Mitschüler übernahmen. Zum anderen wurden das Lob und damit auch die Kinder in den Mittelpunkt gestellt, welche im Schulalltag oft aufgrund ihres guten Verhaltens eher in den Hintergrund geraten.

So auch die Kinder, die nach sechs Stunden Unterricht sich noch Zeit nahmen, um in den Schülerrat ihre Ideen einzubringen und Lösungen zu finden oder, um die Grundlagen für die Streitschlichtung zu lernen. Die insgesamt 45 Kinder waren an diesem Tag mit großer Freude hüpften und haben die Wirksamkeit der Schulsozialarbeit mitgefeiert.

Die Schulsozialarbeit an der Grundschule “Kritzmannstraße” wird finanziert aus Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt.